S/Y Seven Seas

 

Crew: Veronika & Robert

Registration: AUT N-29520

 

MMSI: 203746200

VHF Radio: OEX9520

HAM Radio: OE6RHF

SAT Phone: 00870776721249

 

 

Maupiti

 

Wir haben es geschafft und sind gegen 12 Uhr durch den Pass. Ok, fein, na und? Maupiti ist eine der westlicheren Inseln der Societys und weil man nur bei guten Wetterbedingungen durch den Pass kommt, nicht unbedingt auf den kurzen Urlaubstripps ein Ziel. Denn man braucht auch hinaus wieder passables Wetter und das kann dauern.

 

Donnerstag haben wir Tina und Philip zum Hafen in Bora Bora gebracht, von dort geht das Taxischiff zum Flughafen, dieser liegt auf einem der Motus und ist nur so zu erreichen. Danach gleich zur Polizei die Ausklarierungspapiere abholen und letzte Einkäufe erledigen. Freitag ist es noch windstill, dann beginnt Südwind, der rasch zunimmt und später auf Ostwind dreht. Im südlichen Pazifik geht wieder mal eine Front durch, alle Wetterkarten färben sich orange, rot und lila, das bedeutet Sturm von dem wir die nächste Woche auch den Wind bis 25 Knoten abbekommen. Und was noch schlimmer ist, der Schwell, also hohe Wellen kommen aus Süd, zuerst 1,5 Meter, dann 2,5, was draußen beim Segeln vielleicht etwas unangenehm schiebt, am Pass von Maupiti aber die Einfahrt versperrt. Die Wellen brechen sich dann im Pass, also eigentlich gibt es dann keinen Pass, sondern eben eine Brandungswelle über die man drüber müsste und das ist ein „no-go“ für Segler. Soweit die Erkundigungen, Samstag sollte mit einem leichten Südostwind die 29 Meilen Distanz zwischen Bora Bora und Maupiti rasch gesegelt sein, die Welle ist mit 1,5 Meter angesagt- das könnte das Limit sein um noch drüber zu kommen. Wir haben einige Telefonnummern die man anrufen kann um sich über die Bedingungen zu erkundigen und einheimischen Rat einzuholen. Unsicher versuchen wir einige abends anzurufen- irgendwas machen wir falsch, die freundliche französische Erklärung ist zu rasch vorbei und der Piepton signalisiert, Verbindung beendet. Wir schlafen schlecht, ist normal mit der Anspannung, wollen wir es riskieren oder bleiben? Wenn wir es versuchen und wir nicht rein kommen müssen wir zurück nach Bora Bora oder nach Tahaa, denn für die Strecke gleich weiter Richtung West haben wir die Windsteuerung noch nicht montiert und wir würden auch sicher einiges an Starkwind abbekommen, da ist abwarten die beste Option.

 

Ich tendiere zum Probieren, Robert würde sich in Bora Bora einnisten und abwarten, damit haben wir beide einen Grund für leichte bis schwere Reiseübelkeit und mit der beginnenden Dämmerung starten wir unsere Diskussion. Nochmal laden wir Wetterdaten runter, wenn dann sollten wir los, die Bedingungen werden stündlich schlechter. Was schlussendlich den Ausschlag zum Aufbruch gegeben hat ist nicht mehr nachvollziehbar, um sieben Uhr geht's zügig raus und Kurs auf Maupiti. Es ist grau in grau, Wolken brauen sich zusammen, der Wind legt zu, mehr als angesagt, ich beobachte die südliche Welle die so um die 1,5 Meter ist und sich mit Windwellen aus Ost zu einer unruhigen See mischt. Über Maupiti regnet es, na super, etwas Sicht bei der Einfahrt wäre auch noch eine der Bedingungen, hätte ich beinahe vergessen zu erwähnen. Es klart wieder auf, der Wind lässt nach, die Hoffnung wächst, zumindest bei mir. Wegen unterschiedlicher Emotion ziehen wir es vor zu schweigen, das Einzige was Robert vermeldet ist- mir ist zum Kotzen übel. Über VHF Kanal 67 sollte man auch noch Hilfe von Einheimischen bekommen, Robert funkt mehrmals, bekommt keine Antwort, bedeutet, wir müssen die Entscheidung alleine treffen. Die Brecher vor dem Pass sieht man schon deutlich, weiß und blau, wie richtig große Surferwellen, wir halten reichlich Abstand um nicht hinein zu geraten. Schlechtes Timing, es beginnt erneut zu regnen und die Sicht wird rasch schlechter. So ein Mist, die Insel mit den hohen Bergen ist schon vollkommen verschwunden, die rote und grüne Einfahrtsmakierung ist gerade noch zu sehen. Segel bergen und mit dem Motor mal ran um die Bedingungen abschätzen zu können. Ich stehe unter Adrenalin am Steuer denn irgendwann gibt es den „Point of no return“ und dann müssen wir durch. Die Wellen schieben heftig, sie brechen aber nicht und ich kann das Schiff steuern, halte mich näher an die roten Markierungen und lass das Schiff durch die brodelnde Wassermasse schieben. Am Motu Pitihaei lauft eine Frau am Strand neben uns und gratuliert uns erfreut, begeistert, schlagartig schwindet die Anspannung, geschafft, wir sind durch. Bedeutet die Freude, das hat nicht gut ausgesehen, hätte man nicht machen sollen oder freut sie sich für jeden der Maupiti besucht. Egal raus werden wir mit leichtem Ostwind nehmen, da sollte es dann kein Problem sein.

 

Im Regen, bei fast keiner Sicht (die Insel ist vollkommen verschwunden) fahren wir langsam Richtung Ort, dort stehen fünf Schiffe vor Anker, wir stellen uns dazu und jetzt gibt's Frühstück. Es regnet noch, die Luken sind dicht und wir strecken nur kurz die Köpfe raus um unsere Ankerposition zu überprüfen. Wir haben den erst möglichen Platz genommen weil wir ohne Sicht keine Runden zwischen Korallenköpfen drehen wollen. Es hat nach Sand geklungen wie sich der Anker eingegraben hat, das Schiff hält beim Rückwärtsfahren, momentan macht der übliche Schnorchelgang zum Anker keinen Sinn, man würde ihn nicht sehen. Wind und Regen und uns ist kalt, wir ziehen zum ersten Mal Jogginghose und Westen an, so sieht kein Traumplatz wirklich toll aus, aber es ist schön hier, erinnert uns eher an Gambier als an die Societys.

 

Nachmittags wird es dann hellgrau und es hört zu regnen auf, wir sitzen an Deck und beginnen uns zu orientieren. Jetzt sieht man die Brandungswelle beim Pass zwischen den Inseln, so sieht das also aus wenn man nicht mehr durch kommt.

 

Maupiti besteht aus einer bergigen Insel, der Name besagt "zwei Berge", ich sehe nur einen, aber vielleicht versteckt sich der zweite im Westen, oder sie zählen einen der Felsblöcke extra als Berg. Auf jeden Fall ist die Ostseite so steil dass sich gerade eine Straße und ein Straßendorf- Vaiea, der Hauptort ausgeht. Über einen Kilometer ziehen sich die Häuser, Kirche, Schule, Sportplatz und einige kleine Magazine am Ufer entlang, überall sind Parkplätze für kleine Schiffe, die an Gestellen aus dem Wasser gehoben werden, hinter den Häusern dann die Straße. 1300 Menschen leben in Maupiti, die meisten hier, einige über die Insel verstreut und auf den Motus, es ist beschaulich klein und ruhig. Die Hauptinsel hat 12 km2, 10 km Straße rundherum und der Berg ist 385 Meter hoch. Es gibt einen Aussichtspunkt auf dem Mt. Pahahere, steht bei guter Sicht auf dem Programm. Wie auf den Gambier gibt es hier auch keine Bank und keine Bankomaten, wir werden unsere restlichen XPF verbrauchen und uns dann endgültig von Französisch Polynesien verabschieden. Jetzt sind wir aber mal hier, der Morgen begrüßt uns mit Sonnenschein, wir haben gut geschlafen, die Schönheit dieses Atolls liegt vor uns, bzw. wir sind mitten drin.

 

Unser erster Weg mit dem Dingi ist zur SY Caesura, Jon und Kristi sind auch hier, schön sie zu treffen und weil es viel zu erzählen gibt laden wir sie abends zu uns zum Sundowner. Davor laufen wir einmal den Ort rauf und runter, Sonntag ist alles geschlossen und nur wenige Menschen unterwegs. Nur zwei ziemlich angeschlagene Gestalten begrüßen uns herzlich und wollen Roberts Pantana haben - wenn wir es richtig verstanden haben, denn auch wenn wir französisch gut können würden hätten wir ihr Lallen nicht eindeutig übersetzen können. Im Schatten der Häuser sitzen die Familien, soweit sie uns sehen grüßen sie freundlich und winken, man fühlt sich willkommen.

 

Später am Nachmittag kommt noch ein Fischerboot vorbei. Zwei Frauen fragen ob wir nach Maupilea segeln wenn wir von hier losfahren. Gerne fährt von hier wer mit und außerdem könnte man für sie reichlich Gegenstände transportieren. Maupilea ist über 100 Meilen entfernt und zur Copraproduktion leben derzeit 16 Menschen dort und werden von hier aus versorgt. Wie das funktioniert wenn grad keine Segler den Transport übernehmen, wissen wir nicht, aber es scheint sich hier eine interessante Möglichkeit für die Einheimischen auf zu tun. Wir erfahren später, dass zuletzt die SY Cheglia mit Martin und Lydia so einen Transport getätigt haben, inklusive Fernseher und einer Person, angeblich haben sie das Schiff (und es ist wesentlich größer als unseres) ziemlich voll gestaut. Wir haben in Bora Bora ausklariert damit wir nicht nochmal zurück müssen, sind also offiziell gar nicht mehr hier, so machen das alle Segler und es ist scheinbar geduldet. Ich studiere gerade die Einreisebestimmungen von den Cook Island mit all den Strafen die einem drohen wenn man nicht alles rechtzeitig angibt(bis zu zwei Jahre Haft), da scheinen dann so extra Touren vielleicht doch nicht ganz so ratsam, oder der Kontrast von Kontrolle und ist eh wurscht trennt hier Ost-, Mittel- und Westpolynesien. Oder es wird auch auf den Cook Island nicht so heiß gegessen wie gekocht.

 

Wie angesagt bläst es jetzt heftig von Südost, Welle baut sich in der Lagune auf und man fühlt sich wie bei einer Flussfahrt. Erinnert uns an die Situation heuer in Kauehi oder Fakarava Nord, oder,... eine Woche soll es dauern, nicht gerade die optimale Entspannung vor einer langen Strecke, aber man kann es sich halt nicht aussuchen.

 

Und wie immer ist es nicht die ganze Zeit so unangenehm, dazwischen sind immer wieder Phasen wo der Wind scheinbar abgedreht wurde und auch die Sonne kommt immer wieder heraus. Dienstag umrunden wir mit Kristi die Insel, besuchen eines der Marea die es hier gibt und suchen im ausgetrockneten Bachbett die Petroglyphen die in der Touristenmap eingezeichnet sind. Wir finden ein paar Schildkröten in Stein gemeißelt, können alt sein oder auch nicht, auf jeden Fall sind sie eine der wenigen ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten der Insel. Aber deswegen ist man ja ohnehin nicht hier, wir genießen die Ruhe, die grüne Insel, die Farben der Lagune und wenn das Wetter die nächsten Tage passt, gehen wir schnorcheln und auf den Berg. Mindestens dreimal bekommen wir eine sanfte tropische Dusche ab, zuletzt werden wir von Gerald, einem spanisch sprechenden Franzosen in sein Haus gebeten. Auf der Terrasse unterhalten wir uns in gebrochenem Spanisch mit eingestreuten französischen Phrasen. Ich denke auf beiden Seiten wurde viel nicht verstanden, aber wir haben viel gelacht, Gerald hat uns Limonade und Grapefruit angeboten und uns ein paar Stücke seiner Handwerkskunst gezeigt. Muschelketten und Tücher, die er in Raiatea verkauft. Die Muscheln sammelt er bei Vollmond am Strand, scheint ziemlich aufwendig zu sein, denn so eine Kette hat duzende kleiner Muscheln, die größenmäßig und farblich zu Mustern gefädelt werden. Leider sind Muschelketten nicht gerade der Schmuck den man in Österreich tragen würde, hier ist es aber ein kostbares Geschenk, wenn man eine als Willkommen umgehängt bekommt. Gerald scheint sich über Abwechslung an so regnerischen Tagen zu freuen und wir haben Mühe uns zu verabschieden und den Rest des Weges in Angriff zu nehmen. Kristi erklärt ihm, dass ihr Mann auf sie wartet, das ist verständlich und nicht unhöflich.

 

In der Früh stellen wir uns ab und an den Wecker um rechtzeitig beim Bäcker zu sein, heute hab ich um halb sieben gerade noch die letzten Brote ergattert. Man könnte auch welche reservieren, das Geschäft sperrt aber um 8 Uhr schon wieder und hat nur drei Tage die Woche zusätzlich am Vormittag offen. Auch die anderen Läden sperren nur vormittags und dann wieder am Abend auf, also insgesamt heißt es gleich in der Früh alles erledigen, dann Natur genießen oder am Schiff die nötigen Arbeiten vorantreiben. Zu Sailers-Midnight um 21 Uhr liegen wir meist ohnehin wieder im Bett und schlafen, denn wenn die Nächte unruhig sind stehen wir mehrmals auf um die Position zu kontrollieren, ist hier vielleicht nicht so wichtig, aber wir sind es schon so gewohnt, eine Art innere Uhr.

 

Mittwoch und Donnerstag streichen wir mal aus dem Kalender, es stürmt und regnet beide Tage, wir leben am Schiff wie bei einer Überfahrt, sind angespannt und auch die Arbeiten gehen nur schleppend voran. Kurz an Land ist mehr wie genug Aktivität, denn auch der Dingisteg wird jetzt zu einer sportlichen Herausforderung mit hochgradiger Verletzungsgefahr. Der Abstand zwischen Schwimmsteg und Mole ist mit einem Sprung zu bewältigen, bei Nässe rutscht man leicht aus, das wäre dann blöd und das Dingi springt an der Leine wie ein Stier, zu viel Welle um es sicher gut stehen lassen zu können.

 

Das einzige was wir jetzt vermehrt tun ist Wetterdaten laden und uns mit den Wetterfenstern auf den bevorstehenden Strecken zu befassen. Ist mit schleppend langsamen Internet und Kurzwelle, die nicht immer eine Verbindung zusammen bringt ebenfalls eine Geduldsprobe die einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Zeit haben wir ja, also tütet und zwitschert das Funkgerät vor sich hin und hin und wieder schaut man auf das Tablet ob sich der Ladekringel immer noch dreht.

 

Am ersten sonnigen Tag wandern wir nochmals um die Insel und sammeln an Früchten was wir am Boden finden. Eine umgefallene Bananenstaude kommt auch mit und jetzt reifen sie wieder an Bord verteilt um die Wette. In der Früh des nächsten Tages geht es auf den Berg, Robert wartet beim ersten Aussichtspunkt, weil er die Kletterei über die Felsen nicht mag, ich bin rasch oben und genieße den Ausblick fast rundherum. Man sieht von oben die Korallen wunderschön und auch die Brandung ist gut zu beobachten, der Pass ist jetzt wieder passierbar und die ersten Yachten sind auch schon aufgebrochen. Samstag kommen neue herein unter anderem ein Partyboot aus Bora Bora und ein österreichischer Charterkat, beide Ankern nicht weit hinter uns und ziemlich nah beisammen. Uns wundert es, denn es gibt auf der Ankerfläche reichlich Platz und überall Sand.

 

Umfeld beobachten gehört auch zu einer der spannende Aufgaben an so entlegenen Orten, vom Partyboot werden in zwei Partien insgesamt 14 Gäste an Land gebracht und die Musik, schallt laut bis zu uns herüber. Sowas kennen wir von den Balearen und aus der Karibik, hier ist es unüblich, aber nicht unmöglich, heute geht eine laute Party ab. Wie wir später hautnah erleben ergibt sich daraus Streit mit dem österreichischen Kat, ein Franzose meldet um 10 Uhr auch dass er Ruhe wünscht und die Locals aktivieren die Polizei. Tatsächlich ist es kurz nach zehn schlagartig still und dunkel, hier ist Lärm unerwünscht. Wenn hier gefeiert wird dann mit ihrer Ukulelenmusik und Trommeln, ACDC und so mögen sie nicht.

 

Der Skipper vom Partyschiff meint im Wortgefecht dass er das Recht zu lärmen hat in seinem Paradies, wir alle sind nur Gäste und geduldet. Da scheint er aber mit der lokalen Bevölkerung auch noch nicht ganz geklärt zu haben was in diesem Paradies so gewünscht ist und was er dann doch nicht machen kann. Für uns eine unangenehm aufgeheizte Situation für den maximal etwas jugendlichen Anlass, Toleranz für ausgefallenes Verhalten muss man in dichter besiedelten Regionen deutlich mehr aufbringen.

 

Sonntag versuch ich, leider erfolglos, morgens mal die hier angeblich recht verlässlich schwimmenden Mantas zu sehen und später gehen wir noch mit Kristi am Riff schnorcheln. Mit ziemlich viel Strömung anstrengend, aber wunderschöne Korallen und Fische aller Art, gar nicht scheu, wie immer ein Genuss. So vergeht auch der Tag rasch und abends sind wir beim Sundowner auf de SY Ceasura und später bekommen wir nochmals Besuch von Georg, dem Eigner des österreichischen Kats. Inzwischen waren wir ja auch schon bei Ihnen auf Besuch und haben Crew und Gäste kennen gelernt. Georgs Kat, DOC Holydays, oder SY Chappe haben wir letztes Jahr mit Wolfgang und Doris und Gästen auf Huahine getroffen, diesmal ist er selbst an Bord und schult gerade Peter, den heurigen Skipper für die nächsten drei Monate ein. Lucia ist als Hostess an Bord, freie Kost und Logis gegen Hausarbeit und kochen ist ein guter Deal, so kommt man günstig auch zu exklusiven Turns. Die Crew ist diesmal eine zusammengewürfelte Familie, Vater und Sohn mit Lebensgefährtin und Freundin, haben den Kat inclusive Personal gesamt gebucht und bekommen wirklich einzigartige Events geboten, denn Georg ist hier fast zu Hause und hat gute Kontakte zu den Lokals.

 

So bekommen wir auch interessante Hintergrundinformationen und lokale Storys. Was die Versorgung betrifft wurde Maupiti und in größeren Abständen auch Maupilea vom Maupitiexpress angefahren, große Cargoschiffe kommen nicht durch den Pass, deshalb das kleinere Passagier und Versorgungsschiff. Dieses steht leider kaputt in Bora Bora und scheint auch nicht mehr repariert zu werden. Georg hat schon mehrmals Transporte nach Maupilea gemacht und hat viele Einladungen als Dank noch offen, so organisiert er sonntags ein Barbecue auf einem nördlichen Motu. Die Gastfreundschaft ist fast beschämend, ein großer Fisch und eine riesige Kokoskrabbe wird serviert, auch hier bereits eher seltene Spezialitäten und die Ukulele wird bis in die späten Abendstunden gespielt, zuletzt alkoholisch deutlich angeschlagen schon etwas falsch mit lallendem Text, wir bekommen die Verabschiedung gerade noch mit.

 

Georg hat auf Maupiti seinerzeit seinen Sohn taufen lassen und ist schon viele Jahre hier mit seinem Kat und Crews unterwegs und vielleicht kauft er hier ein Grundstück, viele Segler haben irgendwo ihr Herz verloren und sind an den unmöglichsten entlegenen Orten geblieben. Wäre hier sicher nahe am Paradies.

 

Sonntagnacht wird lang und Montag Früh vergleichen wir wieder alle Wetterberichte und rechnen an welchem Tag wir die Flaute, die sich jetzt wieder über die Fläche bewegt erwischen werden. Egal wie wir rechnen, die nächsten 10 Tage ist nur leichter oder gar kein Wind. Momentan sieht es so aus dass wir erst Freitag starten und dann wahrscheinlich auf Palmerston, nach fünf Tagen mal bei Flaute stehen werden. Es ist wirklich so schön hier, dass wir es prinzipiell nicht eilig haben, die südlichen Cooks haben wir mal gestrichen und was sich sonst auf der Route ausgeht wird stark vom Wetter abhängen.

 

Wie bekommen die Menschen hier jetzt ihre Versorgung? Vermehrt mit dem Flugzeug, derzeit wird die Insel dreimal in der Woche von Papeete angeflogen. Schüler fliegen montags nach Papeete und freitags wieder heim nach Maupiti, also Flug als so eine Art Schulbus. Nächste Woche kommt auch wieder einmal ein Cargoschiff, erfahren wir vom netten französischen Magazinbesitzer. Wir hatten gerade das letzte Mehl aus dem Regal genommen und auch sonst kann man durch die Regale überall schon gut durchschauen, bei uns zu Hause unvorstellbar.

 

Maupiti ist wirklich anders, auf der gut asphaltierten Straße sind nur wenige Autos unterwegs, auf anderen Inseln haben sie noch weniger Kilometer Straße und trotzdem 60 Autos, erinnern wir uns an Fatu Hiva auf den Marquesas. Hier wird noch Rad gefahren, sogar die wirklich schwer Übergewichtigen treten in die Pedale und quälen das Rad welches sich schon von weitem ächzend ankündigt. Relativ viel Verkehr ist am Wasser. Typische gut motorisierte Fischerzillen flitzen von den Motus zur Insel meist nur mit dem Steuermann besetzt, wenn sie das paddeln oder segeln müssten würden Sie viele Wege sicher anders legen, kommt uns auch bekannt vor.

 

Die Tage hier fast ohne Wind sind erholsam, man muss sich wirklich aufraffen die Lagune zu verlassen, die fünf Schiffe sind alle schon abgefahren und neue sind gekommen, einige bleiben nur kurz, man sagt gerade mal beim Vorbeifahren Hallo. Andere suchen den Kontakt, so ähnlich wie in Panama- geht ihr auch Richtung West, wann startet ihr,...

 

Vorgestern haben wir junge Norweger kennen gelernt, echt cool so jung unbeschwert unterwegs zu sein und gestern haben wir ein Englisch, französisches Paar getroffen. Ein sehr netter Abend bei Ihnen an Bord, sie freuen sich über Kontakt auf der Strecke, werden über SSB und Mail in Kontakt bleiben, ist für uns auch wieder spannend auf den längeren Strecken. Das Gefühl eines größeren Aufbruchs macht sich breit, obwohl es bis Tonga gerade mal 1250 nm und mindestens zwei Stopps dazwischen möglich sind. Ich glaube alle haben die Strecke nach Neuseeland im Kopf, da fürchten sich alle, nicht wegen der 1000 Meilen, sondern wegen den regelmäßig durchgehenden Sturmfronten im Süden die man nicht abbekommen will. Ich bin zuversichtlich, wir werden ein gutes Wetterfester erwischen und vielleicht noch am Minervariff einen Stopp einlegen, dort kann man vielleicht eine Front vorbei ziehen lassen und mit der nächsten dann Neuseeland erreichen.

 

Jetzt wird es auf jeden Fall wieder spannend, Tage auf See ohne Internet, daher auch alle Berichte sehr verzögert auf der Homepage. Hier ist das Netz zu schwach, mal sehn ob wir es erst in Tonga schaffen die wunderschönen Eindrücke von Maupiti einzustellen.