Curaçao, Aruba

 

Die Woche mit starkem Wind, immerhin bis zu 40 Knoten an der Mooring ist jetzt vorbei, jetzt ist es günstig endlich wieder mal die Segel zu setzen. Unerfreulicherweise springt der Motor nicht an, die Starterbatterie ist in den letzten zwei Monaten, die wir hier fast angewachsen sind, endgültig eingegangen. Irgendwie erwartet ist es doch nervig wenn es soweit ist. Start mit den Servicebatterien klappt problemlos und so sind wir um sieben schon mit Rückenwind auf dem Weg. Zwei Meter Welle von schräg hinten, da hilft nur Genua ausbaumen, bei 15 bis 20 Knoten Wind surfen wir so mit sechs Knoten dahin. Abgesehen von der Batterie sind außer dem Autopilot auch alle Instrumente finster, die Logge, weil schon wieder zugewachsen, das Echolot weil über 100 Meter tief und der Windmesser ist auch irgendwie verdreckt. Erst kurz vor Ankunft funktioniert er wieder normal, man freut sich über die Spontanheilung. Der Zwischenstopp auf Klein-Curaçao fällt auch ins Wasser, weil wir eine ganze Weile gegen Wind und Welle müssten und dann den Rest der Strecke bei Tageslicht nicht mehr schaffen würden. Für einen mehrtägigen Stopp fehlt uns jetzt die Muse, denn in der verbleibenden Woche in Curaçao, bevor unser Besuch kommt, ist noch allerhand zu erledigen. 

Die Einfahrt in die große Bucht von Spanish Water ist sehr eng, also man sieht links braun das Riff und rechts türkis die Flachwasserstelle von Barbara Beach. Dazwischen ist das Wasser zumindest fünf Meter tief, in der Lagune dann immer wieder verdächtig seichte Stellen, ein Vorgeschmack auf die Riffplätze die uns im Pazifik erwarten. Gerade als wir einfahren wollen kommt uns ein Motorboot entgegen, oder steht es gleich hinter der Einfahrt?

Ich dreh noch ein Ringerl und weil sich das Motorboot nicht bewegt - rasch durch die Engstelle. 4x350PS tümpeln hinter der Einfahrt dahin, kein guter Platz, oder doch, denn hier wird man von den Badegästen des Golfclubs bewundert.

Kurz nachdem unser Anker gefallen ist kommen Robert und Iris von der SY Marie Luise zur Begrüßung und mit wichtigen Informationen, welch Service, Danke. 

Wir ankern ganz am Rand des Sektor A, eines der ausgewiesenen Ankerfelder hier in der Lagune, wie sich später heraus stellt zu nahe am Yachtclub, wir werden forsch aufgefordert den Platz zu verlassen, wir stören hier. Auch kein Problem, ankern wir eben um. 

Mit den Informationen geht es gleich am Dienstag nach Willemstad zum einklarieren. Zwei Stunden und ein schönes Stück Fußweg im Hafengelände, denn Immigration und Harbour Master sind gut versteckt, dauert das Vergnügen. Alle sind sehr freundlich, die Formulare nehmen reichlich Informationen auf, die Pässe Stempel und 10 Dollar kostet die Liegegebühr für drei Monate, vorausgesetzt wir verlassen unseren Ankerplatz nicht. Andere Ankerplätze müsste man vorab anmelden und pro Tag 10 Dollar löhnen, macht aber scheinbar niemand. Es gibt ohnehin nicht allzu viele Plätze die man besuchen könnte, wird uns also nicht wirklich betreffen oder einschränken. Den restlichen Tag verbringen wir in der Altstadt und in den Baumärkten, welche von hier aus ebenfalls gut mit dem Bus zu erreichen sind. Etwas schweißtreibend ziehen sich die 3 km den Highway entlang zu Digicel. Dort müssen wir leider wieder hin weil die Top- up Aufbuchung von weiteren 15 GB wieder nicht funktioniert hat. Wir sollten mit dem Rest, welchen wir angeblich mitnehmen können, so um die 20 Gb haben, angezeigt wird lediglich fünf. Im Shop das übliche Warten, dann geht es flott, ein bisschen im Computer herum tippen und schon haben wir 19 Gb Guthaben. Das sollte jetzt bis Mitte November reichen. Ärgerlich ist nur, dass man immer extra urgieren muss, sonst wird man mit wenig abgespeist. 

Nach kurzem Mailverkehr mit dem Konsul von Österreich können wir die Beglaubigung meiner Unterschrift, welche in Österreich sehnlichst erwartet wird, am Heimweg in seinem Haus, welches in Braakebuut nahe Spanish Water liegt, auch noch mitnehmen. Ein erfolgreicher Tag, abends noch Abschied von Marie Luise und dann müde ins Bett. 

Hier ist es schöner als erwartet, die Lagune hat relativ sauberes Wasser, rundherum noble Häuser, erinnert an Jolly Harbour auf Antigua. Der Anleger beim Fishermans Harbour ist zwar meist recht voll, aber sicher und man ist gleich beim Kreisverkehr, von wo der Bus weg fährt und der Shoppingbus kommt täglich um 8:30 direkt zum Hafen. Wir organisieren uns auch gleich einen Termin beim Segelmacher und recherchieren wo man Gas füllen kann. Wir erledigen alles mit einem Radausflug weit vorbei an Willemstad zum Segelmacher und zur Gasstation Menzenberg, Robert hat den Spi als Rucksack umgeschnallt, ich die Gasflasche am Packelträger. Am Nachmittag sind wir zurück und kurze Zeit später wird unser Segel auch gleich zum Hafen geliefert, 35 Euro, ein moderater Preis. Und die Füllung unserer 5kg Flasche kostet 9 Euro, auch recht günstig. 

Voll motiviert radeln wir am Abend noch zur Jan Thiele Beach, netter touristischer Strand, auch abends noch ganz schön belebt. Und wenn man die Bühne mit den Megaboxen betrachtet die gerade aufgebaut wird, lässt es auf einige heiße Nächte in nächster Zeit schließen. 

Der nächste Radausflug führt uns zu den Marinestores, wir brauchen eine neue Starterbatterie und noch einige Ersatzteile, die wir hier bekommen können. Wie immer wird das eine aufwendigere Aktion, denn es müssen die Maße stimmen, die Batterie sollte recht frisch sein und der Preis sollte uns auch nicht in die Armut treiben. Die Auswahl bei Napa und Island Water World ist nicht berauschend, aber es gibt noch ein Batteriegeschäft in der Nähe der Baumärkte, nach dem es Samstagmittag ist, wird diese Aktion auf Montag vertagt. 

Zurück nehmen wir den Weg rund um die Flamingo Bay. In dem Gebiet kann man ausgiebig auf Sandpisten rund um die Salzlagunen und auf die umliegenden Hügel radeln. Wunderschön, hier macht Radfahren wieder richtig Spaß.

Inzwischen ist es wieder windstill und dementsprechend feucht-heiß, also genau das Wetter bei dem man in der Nacht mal aufwacht und raus an die frische Luft geht. Das Metall ist angenehm kühl und man bekommt ein bisschen was vom leichte Windhauch ab, den es ja doch gibt. Mir kommt vor, ich hätte einen Schmetterling oder so was davon fliegen gesehen, komisch in der Nacht, denk ich mir noch. In der Früh dann die Gewissheit, Fledermäuse waren auf Besuch und haben unsere Bananen gegessen, also alle angebissen, den Rest hätten sie uns eh gelassen. Nach großzügigem ausschneiden bleibt nicht viel übrig, na hoffentlich war es ein Festmahl für die kleinen Vampire. 

Sonntag ein eher trüber Tag, abends dann auch dunkle Regenwolken und Gewitter, einige Kilometer entfernt. Ein tolles Schauspiel wie sich die schwarzen Wolken bedrohlich über den Himmel schieben, dahinter strahlt der Himmel pastellblau bis türkis, im Abendrot dann rosa bis violett. Der Wind dreht, einige Schiffe kommen sich so zu nahe und müssen um ankern, wir machen uns auch mal startklar, stehen aber gut und können so bleiben. 

Wenn es hier regnet, dann sehr lokal, zum Beispiel vor dem Supermarkt, dahinter nicht und so kommen wir auch montags immer am Rande der Regenwolken trocken zum Schiff zurück. Der Batteriestore hatte eine passende auf Lager, liefert sie und nimmt die alten gegen Bares zurück. So kommt uns die Starterbatterie auf 170 Euro, hier schon fast ein Schnäppchen. 

Alle anderen Dinge bekommen wir in den Marinestores, die Liste ist jetzt fast abgearbeitet und es bleibt noch ein bisschen Zeit für weitere Radausflüge. Egal wo man versucht an die Küste oder zu einem Strand zu kommen ist der Weg versperrt. Privat, Ressort, Industriegebiet.

Bevor unsere Gäste kommen werden die Räder gewaschen, geölt und mit Chrompolitur versorgt. Bisher haben sie keinen Schaden von der Salzluft abbekommen, sie werden auch in einer der Heckkabinen gestaut.

 

Am 1.11. bekommen wir wieder Besuch. Karin, eine Freundin und Julia machen mit uns Curaçao und Aruba unsicher. Am 2.11. treffen wir uns in der Stadt, Willemstad muss man gesehen haben und am Nachmittag versuchen wir die geplanten Tauchgänge zu organisieren. Karin hat mit der NAF Tauchbasis übers Internet Kontakt aufgenommen und ein Treffen für den 2.11. vereinbart. Um die vereinbarte Zeit ist keiner da, nach einem Telefonat holt uns die Besitzerin mit ihrem Auto und bringt uns zum Kontainer in dem sie jetzt ihr Büro und Equipment haben. Außer ihr ist noch Gerald, ein älterer Tauchguide anwesend, alles wirkt etwas herunter gekommen und improvisiert. Ihr Auto ist leider kaputt, daher können wir Freitag sicher nicht tauchen und Samstag, Sonntag würden sie uns mit dem privaten Auto holen. 

Wir sind mit so viel geändertem Programm etwas überfordert, sie helfen uns noch unser Leihauto auf Freitag umzubuchen damit wir am Wochenende dann tauchen können.

Unser Landausflug am Freitag bringt uns zu den Hato Caves mit netter Führung, weiter in den Norden, zu den wirklich schönen Stränden und in den Osten zu den Naturparks. Leider schließen diese schon um 16:00, bzw. 16:30, wir können gerade noch eine größere Runde an den Klippen entlang wandern und es ist sogar um diese Zeit noch fast zu heiß, ganz ohne Schatten. Falls man hier wandern möchte müsste man ohnehin gleich zeitig in der Früh starten und um 11 Uhr schon wieder fertig sein. Steht jetzt aber nicht am Programm und wenn wir ehrlich sind, finden wir diese karge, stachelige Landschaft auch gar nicht so reizvoll. Man hat sie gesehen. 

Am Heimweg nach Spanish Water nehmen wir das Gepäck mit, Karin und Julia übersiedeln an Bord. Samstag früh stehen wir dann, wie vereinbart beim Pirates Nest und warten, mit sehr gemischten Gefühlen, auf Gerald, unseren Tauchguide. Und weil noch Zeit ist und man sich immer vom Gefühl leiten lassen sollte, fragen wir bei der Tauchschule curios2dive, hier vor Ort, nach deren Preisen. Wir staunen  nicht schlecht, sie sind billiger und wesentlich professioneller und im Gespräch kommt dann durch, dass unsere zwei sehr russisch unterwegs sind, also für Anfänger sicher nicht empfehlenswert. 

Kurze Beratung, Karin und ich werden den ersten Tauchgang mit Gerald machen, denn zum Stornieren ist es jetzt zu spät, Julia traut sich nicht drüber und wir vereinbaren gleich für Nachmittag und Sonntag die Tauchgänge bei curios2dive. Eine perfekte Entscheidung, alles klappt dann und wir haben wunderschöne Tauchgänge, gut geführt mit Fotodokumentation, die sie uns dann auch gleich zukommen lassen. 

 

Montag ausklarieren in Willemstad, einkaufen am Floating-Market und abhängen an der Barbarabeach. Abends essen wir im Pirates Nest, mit toller Livemusik, da kommt Urlaubsfeeling auf. Leider wieder Abschied von Gabi und Michael, die wir hier nochmals kurz getroffen haben, schade, dass sich unsere Wege jetzt trennen. 

 

Wir haben wieder Glück mit dem Wetter, segeln mit gutem Rückenwind bis Santa Cruz, eine der schönen Buchten im Norden an der man auch ankern kann. Man steht etwas exponiert zwischen den Felsen mit Blick auf den Sandstrand, ein schönes Ambiente zum Baden und Schnorcheln. Nach dem Abendessen richten wir uns zur Nachtfahrt nach Aruba, knappe 70 Meilen, die wir bis zum Sonnenaufgang gut schaffen. 

Der erste Eindruck von Aruba ist deprimierend, zuerst fährt man an Industrieanlagen und Mülldeponie entlang mit dem dazugehörigen Duft, und im Industriehafen Barcadera, in dem man angeblich einklarieren muss sind wir falsch, man muss zu den großen Kreuzfahrtstegen nach Oranjestad. 

Dort werden wir an einen Steg mit 20 Knoten ablandigem Wind und hoher Welle gelotst, das Anlegen klappt nicht, wir kommen mit dem Heck einfach nicht zum Steg, also wieder los und ums Eck, da ist zumindest keine Welle mehr. Zwischen den Autoreifen, die einem von der Mole ganz gut schützen sind leider einige Löcher mit Metallteilen, die man sich wunderbar in den Rumpf bohren könnte. Wir liegen beschissen, erledigen unseren Papierkram. Die Beamten, die mit Autos an den Steg gekommen sind, stempeln alles ab und die Frau vom Custom kommt noch an Bord um alles zu begutachten. Das Ablegen funktioniert zum Glück auch ohne Schrammen und wir verlegen uns an den Ankerplatz nahe dem Flughafen. Hier kommen die Flieger auch so tief herein wie in St. Martin, scheint ein Markenzeichen der holländischen Inseln zu sein. 

Oranjestad ist eine einzige Shoppingmall, bis zu fünf Kreuzfahrtschiffe legen täglich an, da rollt der Rubel in Geschäften und Casinos. Für uns eine fremde Welt in der wir uns nicht besonders wohl fühlen, so der erste Eindruck. Für uns Segler aber ein recht guter Platz, denn man kann in der Renaissance Marina mit dem Dingi anlegen und alles an Land erledigen. Robert nutzt die Vormittage, an denen wir wieder tauchen sind für Erkundungen, wir genießen die Tauchgänge, diesmal vom Boot aus. Am ersten Tag, bei hoher Welle, aus dem Boot rein ins Wasser, mit dem ganzen Zeug am Rücken und dann wieder raus, ist uns nicht so wohl, aber gut geführt schaffen wir es und unter Wasser merkt man nichts von der bewegten See. Am zweiten Tag ist es wesentlich ruhiger und damit auch einfacher, außerdem sind wir schon ein bisschen geübt. Müde macht es uns trotzdem, so passt es dann für Karin und Julia ganz gut die letzten zwei Tage in einem Hotel mit Strand zu relaxen und wir bereiten uns auf die Überfahrt nach Panama vor. 

Der Wind ist schwach oder aus der falschen Richtung, also müssen wir hier noch ein bisschen verweilen. Zeit um sich die Insel doch noch ein wenig an zu sehen. Wo sind sie denn die netten Plätze? 

Zum Verabschieden wandern wir Sonntag direkt vom Dingisteg bis zur Palm Beach, zuerst entlang der Shoppingmalls, dann am Sandstrand, der sich fast nahtlos entlang zieht. Trotz recht großer Hotels dahinter ist der Strand fast leer, ganz feiner weißer Sand, so wie wir ihn zuletzt in Barbados gesehen haben. Angeblich die zweitschönsten Strände weltweit, auf jeden Fall sauber mit türkisem Wasser, seicht um sich stundenlang sulen zu können. Die Hotels eher gehobene Klasse, Billigurlaub macht man hier nicht. 

Und es ist sicher hier, angeblich kaum Kriminalität, alle sind freundlich, aber nicht aufdringlich, um einige der sehr positiven Seiten der Insel hervor zu heben. Segler sind scheinbar willkommen, aber keine besonderen Touristen, man ist einfach da. 

Vom Süden bis Oranjestad ist ein vorgelagertes Riff hinter dem die Strände, Häfen, Marinas und Ankerplätze gut geschützt sind. Leider hat man nur hier vor dem Flughafen eine gute Anbindung an die Infrastruktur und man ist hier auch weit genug von der Mülldeponie entfernt, ein Stückchen südlich belästigt einem schon wieder der Gestank und Fliegen gibt es dann auch mehr als einem lieb ist. Hier stinkt es manchmal nach Kerosin und wenn gerade kein Fluglärm ist hat man Dauerbeschallung vom Strand. Sonntags ist scheinbar Folkloreabend, klingt ein bisschen wie bei uns auf Skihütten oder in einer südlichen Konoba. Immerhin Melodie und Rhythmus, durchgängig ohne Zwischenschreie und Alarmtöne, da lässt man sich gerne berieseln. 

Wie immer heißt es an die Arbeit wenn unsere Gäste abgereist sind, nebenbei wollen wir aber noch am Riff schnorcheln, es liegt schließlich in Schwimmweite. 

Der Wetterbericht stimmt genau, wie angesagt hört der, doch recht strenge Wind plötzlich auf. Irgendwer hat den Schalter umgelegt und die nächsten Tage drehen wir uns mehrmals im Kreis, wenig Wind aus allen Richtungen. Bei Windstille starten die Flugzeuge auch in unsere Richtung, vorher sind sie nur im Landeanflug zum Greifen nahe an uns vorbei, die Lärmbelästigung ist jetzt deutlich erhöht. Wir liegen so ca. einen halben Kilometer von der Landebahn entfernt, gleich neben uns beginnt der Steigflug, die Räder werden eingefahren und kurz ist jede Unterhaltung sinnlos, dann ist der Flieger vorbei und der Lärm verschwindet rasch. Wir sind fast jeden Tag einmal an Land, ein letzter Besuch beim Zahnarzt ist angesagt. Man möchte schließlich nicht irgendwo im nirgendwo selbst Hand anlegen müssen. Hier wieder Topqualität, um 60 Dollar bin ich meinem kaputten Backenzahn los, war nicht mehr zu retten und eine tickende Zeitbombe einer chronischen Entzündung. Diesel und Benzin bunkern bedeutet Kanister schleppen, das sparen wir uns erstmal, sollte in Panama einfacher gehen. Die Wäsche muss man hier auch selbst zur Wäscherei tragen, dafür ist es sehr günstig und man bekommt die getrocknete Wäsche gefaltet wieder zurück. Die Einkäufe werden in Rucksäcken zum Schiff transportiert, 30 Minuten geht man zu den großen Supermärkten und auch hier gibt es wieder gratis Café und freies Wifi. Wir durchstreifen auch mehrmals die Altstadt, bzw. die Shoppingmalls, eine interessante Mischung aus modern und schön renovierten alten Gebäuden, alles mit leichtem Hang zum Kitsch, so ein bisschen wie „tausend und eine Nacht“. Wahrscheinlich gibt es hier ständig mehr Besucher und Gäste als Einheimische, täglich entleeren hier mindestens zwei Kreuzfahrtschiffe ihre Gäste und Hotelbetten muss es in den großen Anlagen im Norden auch mehr als genug geben. 120 000 Einwohner soll Aruba haben, nicht mehr als eine Kleinstadt. Im Zentrum fallen eine sitzende schwarze Kuh, die für ein Steakhouse wirbt und ein paar blaue Pferde auf. Diese sind tatsächlich so eine Art Wahrzeichen, denn Aruba war in der früheren Kolonialgeschichte ein Stützpunkt des Pferdehandels. Von hier aus wurden die Pferde, bis zu 1000 Tiere waren auf der Insel, nach Südamerika und auf die anderen Karibikinseln gebracht, als Transportmittel und Arbeitstiere. Paardenbaai, acht Pferde repräsentieren die Geschichte und blau sind sie, weil sie aus dem Meer gekommen sind. Angeblich wurden sie von den Schiffen vor der Bucht ins Meer geschmissen und mussten an Land schwimmen. In der Zeit war die Insel eine einzige Weide, für Pferde, Kühe und Schafe, erst später wurde Landwirtschaft betrieben und weil die Weidefläche schrumpfte, gab es auch weniger Tiere und der Pferdehandel versiegte. Jetzt werden Touristen gemolken, ist fast überall zum Hauptgeschäft geworden, hier auf hohem Niveau. 



Die Wettervorhersage wird nicht wirklich gut, aber besser wenig Wind und zumindest die Hälfte der Strecke von hinten als starker Wind gegen uns. Für die Anlegeaktion bei den Autoreifen wählen wir Samstag, ein Tag ohne Wind, Sonntag sollte dann zumindest zehn Knoten Wind sein, genug um zu segeln. 

 

Eine Woche rechnen wir, bis wir in Panama einklarieren können, hoffentlich eine halbwegs gute Überfahrt, das berichten wir dann von dort, wenn wir wieder Internet haben.